Holzschnitzereien in Gröden

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Berühmtheit hat das Grödental auch durch die Holzschnitzerei erlangt, die vor rund 350 Jahren angefangen hat und dem Tal schon vor Einsetzen des Tourismus einen gewissen Wohlstand verlieh. Durch die Brüder Christian und Bartlmäus Trebingher zu Ciancél verbreitete sich die Holzschnitzerei im gesamten Grödental, wobei am Anfang vor allem einfache Dinge wie Bilderrahmen und Uhrenstände geschnitzt wurden. Erst durch Melchiore Vinazer (1622 - 1689), der die Schnitzkunst durch seine Söhne über viele Generationen weitervererbte, hielt die Holzbildhauerei im Grödental Einzug.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sie sich zusammen mit dem Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle für das Grödental, dabei wird dieser Beruf noch immer von Vater zu Sohn überliefert. Viele Holzschnitzer wurden auch als Maler und Bildhauer bekannt. Im Grödner Heimatmuseum finden sich einige wertvolle Kunstgegenstände einheimischer Künstler wie z.B. Kirchenaltäre, Tabernakel, Weihnachtskrippen und Heiligenstatuen jeder Größe.

Rund 40% der Grödner Bevölkerung ist noch heute mit der künstlerischen Holzbearbeitung beschäftigt. Die große Nachfrage an Grödner Schnitzwaren in den letzten Jahrzehnten führte zu einer immer größer werdenden Industrialisierung. An die drei Viertel der erzeugten Altarbauten, Statuen und Kreuzwegstationen werden exportiert, davon bis zu 80 Prozent in die USA und nach Südamerika. Innerhalb Europa werden die Schnitzereien hauptsächlich in die Schweiz sowie nach Italien und Deutschland geliefert.